SANAA-Gebäude, Essen - Contemporary Art Ruhr (C.A.R.) 2016 - begehbare 3D-Fotorauminstallation


Biografie

Studium an der HfBK Hamburg, b. Gustav Kluge u.a.,
und Universität Hamburg

2016 Seit November mit zwei KollegInnen Galerist der
BUNKERHILLGalerie in Hamburg  www.bunkerhillgalerie.de
2015 Annahme des Künstlernamens Errkaa
  Mitglied im BBK Hamburg



Ausstellungen, Screenings und Auszeichnungen / Awards (Auswahl)

2017 Filmfestival Directors Awards, Jakarta, Indonesien (Platinum Award Winner for Experimental Directing and Editor, Gold Award Winner for Cinematographer)
  International Filmmaker Festival of World Cinema Berlin, Deutschland (Winner Best Short Documentary)
  Maykop International Film Festival, Russland (Winner Best Experimental Film)
  Switzerland International Film Festival, Schweiz (Winner Best Experimental Film)
  Calcutta International Cult Film Festival, Indien (Silent Film Outstanding Achievement Award)
  Austellungsraum 2025, Hamburg (E)
  BUNKERHILLGalerie, Hamburg (G)
  Xpon-art Galerie, Hamburg (G)
  Galerie nachtspeicher23, Hamburg (E)
2016 BUNKERHILLGalerie, Hamburg (Doppelausstellung mit Jean-Claude Mondot)
  Trinationale Architekturtage, Architekturschaufenster, Karlsruhe (E)
  Contemporary Art Ruhr (C.A.R.), Essen (G)
  Xpon-art Galerie, Hamburg (G)
2015 POSITION., Fabrik der Künste, Hamburg (G)
  AURAKURE, Hamburg (G)
  Kulturbunker FRIEDA, Hamburg (E)


E = Einzelausstellung
G = Gruppenausstellung




Veröffentlichungen (Auswahl)

2017 Film The Magazine Berlin International Filmmaker Festival of World Cinema 2017
  PRESTIGE Magazin, Volume 11 / Autumn 2017 (Schweizer, Deutsche und Österreichische Ausgabe) vierseitiges Interview mit Abbildungen
  TAZ Artikel http://www.taz.de/!5371403/
2016 Einstündige Sendung „Porträt-Kutter“ auf TIDE-Radio, Hamburg
  Ausstellungskatalog Contemporary Art Ruhr (C.A.R.)
  Rheinische Post Artikel http://www.rp-online.de/nrw/staedte/erkelenz/kunst-an- sterbenden-haeusern-praesentiert-aid-1.5960315
2015 Ausstellungskatalog POSITION.




Nach dem Psychoanalytiker Luigi de Marchi stellt die Bewusstwerdung der Endlichkeit den Urschock und Ausgangspunkt allen menschlichen Kulturschaffens dar. Das Ephemere, die Absurdität des Lebens angesichts der drohenden und vollständigen Auslöschung treibt den Menschen in das Materielle. Er will sich seiner Selbstwirksamkeit vergewissern, will sich in dem Kontinuum der Wirklichkeit fortschreiben, will sich und der Welt glauben machen, es gäbe nicht nur ein Fortbestehen, sondern auch einen Sinn, eine Fabel.
Auch das Kunstschaffen kann nach diesem Kulturmodell als Todesabwehr gedeutet werden: Auf der einen Seite steht der Künstler, der nach einer Bestätigung seiner Selbstwirksamkeit sucht und mit seinem Werk eine Spur hinterlassen will, anhand derer er nachhaltig erkannt und erinnert werden möchte, auf der anderen Seite steht der Sammler, der seiner Weltsicht und seinem Geschmack in Form der Sammlung eine rückversichernde Ordnung geben und ein bleibendes Denkmal setzen möchte.

Eine große Papierform pendelt leicht im Wind unter einer Eisenbahnbrücke, im Lichthof eines Parkhauses, unter dem Sprungturm eines leeren Freibads, unter der Decke eines abgebrannten Restaurants, vor der Wand eines Bunkers, nur für Minuten, dann wird die Hängung beendet oder sie entschwindet in der Dämmerung - der immaterielle künstlerische Akt ist vorbei.
Von Bedeutung ist nicht die große Collage menschlicher Körper, die in keinem narrativen Zusammenhang zueinander stehen, sondern lediglich der Form untergeordnet sind, von Bedeutung ist auch nicht die Form selbst, der keine symbolische, sondern lediglich eine nicht fassbare, intuitive Gestaltungsabsicht zugrunde liegt, von Bedeutung ist nur die Frist der Hängung selbst, die für einen kurzen Moment einen Ort, die Bewegungen der Luft, das Licht, eine Passantin mit Hund, die Geräusche der Straße signifikant gemacht hat.

Für die Gestaltung der Oberflächen hat Errkaa gezielt menschliche Körper gewählt, denn kaum etwas anderes fordert die Sinngebungsmaschine Mensch so sehr heraus, nach Bedeutung, Beziehung und Narration zu suchen. Doch ist es bereits im Werkprozess angelegt, jede Suche nach Bedeutung ins Leere laufen zu lassen, und jede gefundene Interpretation als reine Konstruktion des Betrachters zu entlarven. Es gibt keine Geschichte zu erzählen. Der Mensch füllt den Raum aus, den ihm die Form zuweist, er tritt für eine kurze Frist in einen erratischen Dialog mit der ihn umgebenden Wirklichkeit und versinkt schließlich wieder in Schweigen und Dunkelheit.

© Dr. phil. Thomas J. Piesbergen / VG Wort, Dezember 2015